E(gelsbacher)-Mails 08/2022

Ausgabe vom 02.12.2022

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

die evangelische Kirchengemeinde Egelsbach gab mit vor kurzem die Gelegenheit, über eines der wichtigsten Themen unserer Zeit zu schreiben, der Energiewende, speziell den Einsatz sogenannter Minisolarkraftwerke.

Für alle, die den immer sehr lesenswerten Gemeindebrief nicht erhalten, teile ich den Text im Folgenden:

Energiewende kann (fast) jeder!

Bereits vor einigen Jahren beschäftigte ich mich mit der Frage, wie jeder einzelne von uns dazu beitragen kann, die Folgen des Klimawandels zumindest abzuschwächen. Im Jahr 2006 hörte ich dann auf einem Vortrag Einzelheiten über die einfache Möglichkeit, auch als Privatmensch aus Sonnenstrahlen Strom zu erzeugen und entschloss mich, dies für unser Haus umzusetzen.

Seit inzwischen 16 Jahren erzeugt unsere Photovoltaikanlage Strom auf unserem Dach, übrigens ohne einen einzelnen Ausfall und ohne Verschleißerscheinungen. Damals fühlten wir uns als Pioniere und freuten uns über jedes Dach, auf dem wir eine Anlage entdeckten. Allerdings nahm deren Zahl nur langsam zu und bedurfte deshalb staatlicher Förderung, deren Weitsicht sich heute erweist: Photovoltaikanlagen erzeugen heute Strom günstiger als jeder fossiler Energieträger, wie Kohle oder Erdöl.

Und trotzdem reicht die Anzahl der Anlagen immer noch nicht aus, um noch mehr fossile Energieträger zu ersetzen. Leider erreichen sie nur einen Anteil von 10% an der gesamten Stromerzeugung.

Gleichzeitig gehen Schätzungen von einem Anstieg des Stromverbrauchs der Privathaushalte zwischen 30 und 50% bis 2030 durch die zunehmende Verbreitung von E-Autos und Heizsystemen, wie Luft-/Wärmepumpen, die vermehrt Gas- oder Ölheizungen ersetzen, aus. Bis zu 30% dieses Stromverbrauchs könnte durch Sonnenenergie erzeugt werden.

Wir werden also weiterhin dafür werben müssen, auf möglichst jedes Dach, das sich für die Stromerzeugung durch Sonnenenergie eignet, eine Photovoltaikanlage zu bauen.

Aber was ist mit denen, die nicht über ein entsprechendes Dach verfügen, aber vielleicht über einen sonnigen Balkon, ein Garagendach oder auch das Dach einer Gartenhütte?

Auch hier findet sich seit einiger Zeit eine Lösung, die immer mehr Freunde findet:

Eine kleine Photovoltaikanlage, die zumeist lediglich aus 2 Solarmodulen besteht.

Eine solche Anlage, auch Balkonkraftwerk oder Minisolaranlage genannt, ist in der Lage, bis zu 600 Watt über einen normalen Schukostecker ins eigene Stromnetz einzuspeisen. Damit lassen sich im Winter bis zu 10%, in den Sommermonaten sogar bis zu 30% des Stromverbrauchs einer 4-köpfigen Familie selbst erzeugen und die Stromkosten entsprechend senken.

Und hierfür bedarf es keiner behördlichen Genehmigung und je nach Aufstellort noch nicht mal des Einsatzes eines Handwerkers.

Uns hat die Idee so gut gefallen, dass wir sie sofort umgesetzt und das „Minikraftwerk“ im November vergangenen Jahres in Betrieb genommen haben. Seitdem haben wir bereits über 700 KWh Strom erzeugt; das entspricht einer Einsparung von mehr als 200 € Stromkosten und vor allem natürlich einer entsprechenden CO2 Reduzierung.

Seit der Inbetriebnahme ist viel geschehen:

Die bereits spürbaren Folgen des Klimawandels und insbesondere die explodierenden Energiekosten infolge des Kriegs in der Ukraine zeigen uns, dass mehr getan werden muss. Auch deshalb ist die Nachfrage nach Balkonkraftwerken stark gestiegen. Zudem ist der Einsatz einer solchen Anlage wirtschaftlich gesehen eine rentable Investition, stehen den Kosten von ca. 750 bis 850 € Einsparungen von ca. 250 € im Jahr gegenüber. Der Aufbau wird dabei meist selbst oder in Nachbarschaftshilfe vorgenommen, wie hier in der Leipziger Straße.

Natürlich rettet ein Balkonkraftwerk nicht die Welt, aber viele Millionen davon werden einen gehörigen Beitrag dazu leisten. Die Herausforderungen durch den Klimawandel, die Aufgaben durch die dringende Notwendigkeit einer schnellen Energiewende sind groß, aber lösbar, soweit jeder nach seinen Möglichkeiten zur Lösung beiträgt.

Übrigens: Für mich ist es eine besondere Freude und ein Ansporn, dass sich der Freundeskreis der evangelischen Kirche zu einer Bestellung von drei Anlagen für die kirchlichen Gebäude entschlossen hat. Und darüber hinaus sollen demnächst auch die im Eigentum der Gemeinde befindlichen Gebäude möglichst mit einem Balkonkraftwerk ausgestattet werden.

Ich hoffe, dass sich noch viel mehr Egelsbacherinnen und Egelsbacher zu einer Nachahmung entschließen.
Und wenn Sie sich jetzt fragen, ob eine kleine oder große Photovoltaikanlage bei Ihnen Sinn macht, melden Sie sich einfach unter: solarinitiative@gruene-egelsbach.de

Ihr Harald Eßer

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