Sport braucht Perspektiven – für Jung und Alt

Die Sportgemeinschaft Egelsbach (SGE) hat im vergangenen Jahr einen Zukunftsworkshop durchgeführt. Im Gespräch mit Jörg Strobel und Tobias Wilbrand blickt der Vorstand Wolfgang Schroth und Jan Knöß auf die kommenden fünf Jahre, spricht über wachsende Mitgliederzahlen, marode Sportstätten und Erwartungen an die Kommunalpolitik.

Grüne: Die SGE hat im letzten Jahr einen Zukunftsworkshop veranstaltet. Welche Entwicklung erwarten Sie für den Verein in den nächsten fünf Jahren?

SGE: Wir rechnen mit weiter steigenden Mitgliederzahlen und wollen unser Angebot ausbauen sowie stärker auf neue Trends reagieren. Besonders der Gesundheitssport wird an Bedeutung gewinnen – etwa Reha- und Präventionskurse. Der demografische Wandel und der wachsende Fitnessanspruch älterer Menschen spielen dabei eine große Rolle. Zudem streben wir eine engere Kooperation mit der Schule an. Bereits heute gibt es erfolgreiche Projekte wie die Judo-AG, Handball-AG, Fußball AG, Leichtathletik, Turnen und weitere Angebote, die vom Sportkreis Offenbach unterstützt werden.

Grüne: Die Egelsbacher Sportstätten sind deutlich in die Jahre gekommen. Wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf?

SGE: Leider gibt es an vielen Stellen dringenden Sanierungsbedarf. Die Dr.-Horst-Schmidt-Halle kann aus unserer Sicht erst saniert werden, wenn eine Ersatzlösung – in Form einer neuen Trainingshalle – geschaffen ist. Ob eine Sanierung wirtschaftlich sinnvoll ist, sollte geprüft werden. Schon heute müssen einige Abteilungen Hallenzeiten in Nachbarkommunen anmieten, weil die Kapazitäten in Egelsbach nicht ausreichen. Ein weiteres Problem ist die Laufbahn auf dem Sportplatz: Sie ist stark beschädigt, Wettkämpfe auf Landesebene sind dort nicht mehr möglich. Hier droht ein Abwandern von Athletinnen und Athleten aus dem Landeskader aufgrund schlechter Trainings- und Wettkampfbedingungen. Auch der Kunstrasenplatz muss bald erneuert werden. Hinzu kommen zu kleine und sanierungsbedürftige Umkleidekabinen, ein Rasenplatz in schlechtem Zustand – hier wäre Kunstrasen ideal. Kursräume fehlen ebenfalls; derzeit weichen wir teilweise ins evangelische Gemeindehaus aus. Nicht zuletzt gibt es Undichtigkeiten im Dach der Tennishalle.

Grüne: Die finanziellen Mittel der Gemeinde sind begrenzt. Wo würden Sie Prioritäten setzen?

SGE: Ganz oben steht für uns der Neubau einer Trainingshalle. Danach folgen die Sanierung der Laufbahn, die Erneuerung des Kunstrasenplatzes und die Umkleidekabinen. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um den Sportbetrieb langfristig sicherzustellen.

Grüne: Die Gemeinde kann nicht alle Projekte gleichzeitig umsetzen. Welche Unterstützung kann die SGE anbieten?

SGE: Wir sehen uns als Partner der Gemeinde. Wir können bei der Vorbereitung und Begleitung von Projekten helfen – etwa durch Analyse und Beantragung von Fördermitteln auf Kreis-, Landes-, Bundes- oder EU-Ebene. Dazu gehören Gespräche mit Förderbehörden, Unterstützung bei Planungs- und Projektsteuerung sowie Hilfe bei Finanzierungsfragen. Ebenso können wir bei der Bedarfsermittlung, beim Mittelabfluss oder bei der Einholung von Angeboten – etwa über Förderbanken – mitwirken.

Grüne: Was wünschen Sie sich von der Kommunalpolitik in den nächsten fünf Jahren?

SGE: Vor allem eine stärkere finanzielle Unterstützung bei der Umsetzung der dringend notwendigen Maßnahmen, insbesondere beim Neubau der Trainingshalle. Wichtig ist uns außerdem Flexibilität, falls unvorhergesehene Probleme auftreten – etwa durch entsprechende Budgetreserven. Ein weiteres zentrales Anliegen bleibt die Förderung der Jugendarbeit.

Grüne: Die SGE engagiert sich seit Jahren für Integration und Demokratie. Was bedeutet es für Sie, dass in Egelsbach nur demokratische Parteien zur Gemeindevertretung antreten?

SGE: In unserem Verein trainieren Sportlerinnen und Sportler aus 54 Nationen – das sagt alles.

Fazit:

Die SG Egelsbach blickt optimistisch in die Zukunft, sieht aber großen Handlungsbedarf bei den Sportstätten. Entscheidend wird sein, ob Verein und Gemeinde gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln können.