Kitabetreuung in Egelsbach von 2013 bis jetzt

von Christina Huth-Erbe

Die Bereitstellung von Kitaplätzen ist eine der zentralen Aufgaben der Gemeinde. Sie ermöglicht Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und unterstützt Kinder in ihrer sozialen, persönlichen und kreativen Entwicklung. Als erste Bildungseinrichtung legt die Kita den Grundstein für lebenslanges Lernen und Chancengleichheit. Besonders das letzte Kitajahr spielt mit gezielter Schulvorbereitung eine wichtige Rolle.

Anhand zweier Beispiele aus unserem Ortsverband zeigt sich: In den letzten Jahren hat es Verbesserungen gegeben, zugleich bestehen weiterhin Herausforderungen.

 

Beispiel 1:

Wir sind 2013 von Langen nach Egelsbach gezogen und haben mit der Ummeldung direkt einen Kitaplatz erhalten – etwas, das uns sehr positiv überrascht hat. Auch in den folgenden Jahren bekamen unsere anderen beiden Kinder ohne Warteliste einen Platz, den wir frei wählen konnten. Zuletzt 2024, was für uns vor dem Hintergrund der mittlerweile vielerorts angespannten Betreuungssituation nicht selbstverständlich war.

Die Betreuung war über die Jahre hinweg durchgehend sehr zuverlässig. Betreuungsausfälle durch Krankheit oder Personalmangel waren selten. Auch während der Coronazeit waren wir von längeren Schließungen kaum betroffen. Es gab viele Zusatzangebote wie Waldwochen, Feuerwehrtage oder Abschlussausflüge für die Schulstürmer. Die Kommunikation mit den Eltern empfanden wir vonseiten der Einrichtung stets als offen und unterstützend, etwa durch regelmäßige Elternabende und Entwicklungsgespräche sowie gute Beratung beim Übergang zur Schule.

Beim dritten Kind kam hinzu, dass der Kitaplatz von Beginn an in den Kernzeiten kostenfrei war, was auf die Umsetzung des hessischen Gesetzes zurückzuführen ist. Den inzwischen größer gewordenen Fachkräftemangel haben wir zwar vereinzelt erlebt – etwa an einzelnen Tagen, an denen Eltern gebeten wurden, ihre Kinder nach Möglichkeit selber zu betreuen – dies blieb im Vergleich zu anderen Kommunen jedoch die Ausnahme.

Wir sind dankbar, dass die Gemeinde diesem Bereich große Aufmerksamkeit schenkt, und hoffen, dass auch unser nächstes Kind ebenso positive Erfahrungen machen wird wie seine Geschwister.

 

Beispiel 2:

Wir sind 2022 nach Egelsbach gezogen und haben knapp vier Monate auf einen Krippenplatz gewartet. Mit der Krippe waren wir insgesamt sehr zufrieden, trotzdem fiel uns dort bereits eine große Fluktuation bei den Bezugspersonen auf.

Der Wechsel in den Kindergarten (selbe Einrichtung) erschien uns sehr abrupt und plötzlich, als hätte es sich eben personaltechnisch angeboten. Ausfälle, reduzierte Betreuungszeiten und Mails mit der Bitte um freiwillige Abmeldungen waren im folgenden Jahr eher Regel als Ausnahme. Das Personal wirkte aufgrund des durchgehend hohen Krankenstandes stellenweise überlastet und in der Umsetzung von pädagogischen Konzepten eingeschränkt. Ausflüge hat unser Kind z.B. überhaupt keine erlebt. Von der Leitung fühlten wir uns, z.B. bei konstruktiven Verbesserungsvorschlägen, oft nicht gehört. Auch die Stimmung unter den Eltern war eher durchwachsen bis schlecht.

Letzten Endes haben wir uns dazu entschieden, die Einrichtung zu wechseln. Hierbei wurden wir von der Gemeinde ernst genommen und unterstützt. Trotz hoher Auslastung in der neuen Einrichtung konnte der Wechsel in Abstimmung zwischen Gemeinde, Leitung und deren Team kurzfristig vollzogen werden. Wir sind sehr glücklich, diese Entscheidung getroffen zu haben – wenngleich wir nun ein knappes Jahr auf einen Nachmittagsplatz warten müssen.

Fazit

Die beiden Beispiele zeigen, wie konträr die Erfahrungen an Egelsbacher Kitas sein können. Auch wenn es uns in Egelsbach vergleichsweise noch gut geht und sich in den letzten Jahren vieles zum Positiven verändert hat: Auch in unserem Ort stehen wir, nicht zuletzt vor dem Hintergrund knapper Haushaltskassen und Spardruck von oben, vor großen Herausforderungen, die es zum Wohle unserer Kinder zu lösen gilt.